Für den Befehlsbereich 4 OBERÖSTERREICH

Der Verpflegungschef

Die Illustrierte Zeitschrift sprach mit dem Wirtschaftsoffizier Stefan Hirsch über seine Aufgaben bei der Verpflegung im Befehlsbereich 4 / Oberösterreich und wie er die Vorgaben des Ministeriums für den Einkauf von Lebensmitteln auf Saison und Region abstimmen kann. Schließlich ist er mitverantwortlich, dass den Bediensteten und Grundwehrdienern das Essen in den oberösterreichischen Garnisonen schmeckt. Als Wirtschaftsoffizier verantworten Sie die Qualität der Waren, die in unseren Truppenküchen verabreicht werden.

Welche Auflagen bzw. Vorgaben sind einzuhalten?

Als Wirtschaftsreferent konkretisiere ich die Vorgaben der Zentralstelle und achte auf die Einhaltung der gültigen Bundesbeschaffung GmbH-Verträge. Für den Einkauf der Waren, also die Lebensmittel, sind die Truppenküchen selbst verantwortlich. Die Truppenküchen legen monatlich ihre Speispläne vor, damit ich die korrekte Umsetzung bzw. die Einhaltung der ministeriellen Vorgaben überprüfen kann. Zu diesen allgemeinen Vorgaben sind nun jene hinzugekommen, welche die Berücksichtigung von regionalen und saisonalen Waren vorgeben. Diese finden Aufnahme in den Speiseplänen und sollen den Bezug zur Region herstellen und die Stärkung der regionalen Erzeuger bewirken. Ein weiterer Effekt ist die Reduktion des CO2 Fußabdruckes.

Ihre Tätigkeit umfasst mehr als das bloße Kontrollieren und Korrigieren von Speiseplänen, oder?

Natürlich ist dies nur ein Aspekt. Bezogen auf die Einhaltung der Qualität der Waren, kann ich sagen, dass ich diese im Rahmen der Inventuren hinsichtlich Lagerung und Herkunft überprüfe. Beim Erstellen der Speisepläne achten wir darauf, dass es grundsätzlich zwei traditionelle Speisen mit Fleisch und eine fleischlose Speise für jeden Tag gibt. Davon leitet sich der Einkauf der Lebensmittel ab, welchen die Truppenküchen anhand des genehmigten Speiseplans durchführen und so schließt sich der Kreis für mein Referat.

Wie achten Sie auf die Einhaltung der ernährungsphysiologisch ausgewogenen Ernährung für die Soldaten und Mitarbeiter?

Die Vorgaben kommen vom Bundesministerium. Für Oberösterreich haben wir diese konkret in zwei Befehlen umgesetzt, worin wir die Balance zwischen Vitaminen, Kohlenhydraten und Proteinen fordern. Eine Trendwende ist insofern eingetreten, als dass für viele Verpflegsteilnehmer früher die Quantität der Speisen im Vordergrund stand und heute aber der Fokus sehr stark auf der Qualität der Speisen liegt. Diesem Wunsch kann aufgrund der Budgeterhöhung im Bereich Verpflegsgeld nachgekommen werden. Sie haben es bereits angesprochen. Früher galt das Credo, „Wir machen alle satt“.

Welche Veränderungen haben Sie in Ihrer Zeit als Wirtschaftsoffizier feststellen können?

Wir kennen die traditionellen Verpflegsteilnehmer mit ihren Essvorlieben, die lieber ein Schweinsbratl, ein Schnitzerl oder einen Burger haben wollen. Wir haben jedoch ein Umdenken bei einem großen Teil der Bediensteten und Rekruten feststellen können. Den Wunsch nach ausgewogener Ernährung gibt es schon länger. Bei Schulungen der Soldatenvertreter kamen und kommen immer wieder Wünsche zum Essen. So zum Beispiel, jener nach ganz normalem Leitungswasser, welches bei der Schankanlage im Speisesaal zur Verfügung stehen soll.

Sehen Sie diesen Wunsch nach regionaler und saisonaler Verpflegung als eine Modeerscheinung oder zeichnet sich hier ein längerfristiger Trend ab? Und sind die Soldaten und Bediensteten bereit für diese Ausweitung des Angebots?

Meiner Meinung nach besteht bei Rekruten, bei Kadersoldaten aber auch bei zivilen Bediensteten vermehrt der Wunsch nach mehr Transparenz. Es dürfte sich dabei aber nicht um einen Trend handeln, sondern um eine Bewusstseinsänderung. Die allgemeine Fitness, der Sport und das Körperbewusstsein haben merklich zugelegt. Ich denke, dass der Umweltgedanke hier ebenso eine Rolle spielt. Der Umgang mit Ressourcen und der allgemeine Wunsch Lebensmittel aus der Region und nicht unbedingt aus tausenden Kilometer entfernten Gebieten einzukaufen, hat zugenommen. Wir holen regelmäßig Feedback ein und die Rückmeldungen werden dabei immer positiver. Dies erfolgt täglich mittels Fragebögen. Diese Rückmeldungen interessieren auch unseren Kommandanten Brigadier Muhr sehr.

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