Für den Befehlsbereich 4 OBERÖSTERREICH

Der Militärkapellmeister

Major Gernot Haidegger ist der Militärkapellmeister in Oberösterreich und dirigiert das Konzert im Brucknerhaus. Wir haben mit ihm während der Proben gesprochen.

Wie sind Sie Militärkapellmeister in Oberösterreich geworden?

Ich stamme aus Tulln in Niederösterreich, habe Instrumental- und Gesangspädagogik studiert und mich mit Musik-, Sport- und Eventmanagement beschäftigt. Studiert habe ich Posaune, kann Klavier, elektrischen Bass und alle Blechblasinstrumente spielen. Nach Ablegen der erforderlichen Prüfung, bin ich im Oktober 2018 Militärkapellmeister in Oberösterreich geworden.

Was ist das Besondere an unserer Militärmusikkapelle?

Unsere Militärmusikkappelle kann jeden Musikstil in höchster Qualität auch unter schlechten Bedingungen spielen, wie beispielsweise bei schlechtem Wetter. Und nachdem die Marschmusik seine Kernaufgabe ist, gehört das Marschieren mit Formveränderungen entsprechend dazu.

Wie formen Sie die Kapelle und welche Methoden wenden Sie dazu an?

Wichtige Grundvoraussetzung ist, dass sich die Einzelkünstler formen lassen. Jedes Jahr spielen 70 von ihnen vor, von denen 30 ausgewählt werden. Da kann ich davon ausgehen, dass sie unbedingt wollen und sich die Regeln akzeptieren. Die Regeln sind Kameradschaft, Disziplin und Pünktlichkeit. Ich vergleiche mich gerne mit einem Fußballtrainer. Ich bekomme in Oberösterreich Messis, Ronaldos und Neymars. Alle sind tolle Einzelkünstler. Doch es zählt zum Schluss das gesamte Orchester. Zusammen mit meinen Registerführern formen wir sie zu einem zusammenspielenden Ganzen.

Wie lange braucht, bis dieses Zusammenspielen passt?

Die Musiker unterziehen sich wie jeder Soldat der militärischen Basisausbildung. Nach vier Wochen beginnt dann die musikalische Arbeit. Für das Konzert im Brucknerhaus wird täglich geprobt. Die Vorbereitungen dauern insgesamt zwischen sechs bis acht Wochen. Sie beginnen immer mit einer Einlesprobe, wo wir gemeinsam einmal die Stücke durchspielen. Danach geht es in die Registerproben, sprich in die einzelnen Instrumentengruppen. Dann macht man Großregisterproben, das heißt, das ganze Blech, das ganze Holz, alle Schlaginstrumente, etc. spielen zusammen. Mit der Gesamtorchesterprobe führe ich dann alles zusammen. Natürlich übt jeder Musiker für sich auch noch, das ist klar. Dieses Konzert ist traditionell immer unsere Feuertaufe, wenn man so will.

Wie erreichen Sie das Publikum?

Ich gehe davon aus, dass das Publikum sich auskennt, kunstbegeistert ist und einen Bezug zur Militärmusik hat. Viele kommen, weil sie die Musikanten kennen oder mit ihnen verwandt sind. Das ist eine Idee des Konzertes, nämlich, dass sich die Musikanten präsentieren können. Die Stücke wähle ich so aus, dass für jeden etwas dabei ist. Das heißt Marschmusik, über Wiener Musik, hin zu klassischer und symphonischer Musik bis Rock und Pop.

Zum Programm, worauf dürfen wir uns freuen?

Ich gehe bei jedem Konzert gleich vor. Ich möchte die Bandbreite der Militärmusik präsentieren, damit die jungen Musiker jede Art von Musikstil kennenlernen. Der erste Teil eines Konzertes ist bei mir immer klassisch und dann wird es zunehmend moderner. Der Beginn ist immer ein Konzertmarsch, am Anfang mit einem Fanfarenteil, damit habe ich einen sicheren Beginn. Dann geht es weiter mit einer Ouvertüre, eine Eröffnung, wie der Name schon sagt. Das ist sehr anspruchsvoll. Das Dritte ist bei mir immer ein Walzer. Der wird leider zu wenig gespielt, hat jedoch einen guten Lerneffekt, weil die Interpretation sehr schwierig ist. Danach kommen die Solisten in den Vordergrund, wie Klarinette und Gesang.

Stichwort Solisten, wer wird spielen?

Wir laden immer Gastsolisten zum Konzert ein. Diesmal ist es ein Klarinettist, Joachim Celout, der auch eine Neukomposition spielt. Unsere Gastsängerin ist Ines Verena Haas aus Gmunden. Sie singt ein Wienerlied von Robert Stolz. Als Sänger haben wir Lukas Polansky. Er ist Korporal bei der Militärmusik Niederösterreich und wird uns einen Popsong zum Besten geben. Für die Solisten ist es ein besonderes Erlebnis, mit uns zu spielen. Das hören wir immer wieder. Und für uns ist genauso eine große Bereicherung.

Was ist dann nach dem Konzert?

Das Konzerterlebnis ist eine tolle Geschichte, die dann ans Herz geht. Diesen Gefühlen bei gemeinsamen Erlebnissen kann sich niemand entziehen. Während dem Konzert wächst das Orchester immer mehr zusammen. Danach ist ein Vertrauen da, man kennt sich, man kann dann noch Größeres angehen. Aber, nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Wir bereiten uns gleich wieder auf die nächsten Auftritte vor.

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