Für den Befehlsbereich 4 OBERÖSTERREICH

Mit frischem Schwung – unsere Landesrätin

Die Illustrierte Zeitschrift nahm die Baumspende des Landes an das Militärkommando zum Anlass, um die neue Agrar-Landesrätin zu einem Interview einzuladen. Frau Langer-Weninger ist seit der Neukonstituierung der Landesregierung als Landesrätin für Agrar- und Forstwesen zuständig. Sie selbst betreibt mit ihrem Mann eine Bio-Milchlandwirtschaft und war bis zum Regierungseintritt die Präsidentin der Landwirtschaftskammer Oberösterreichs.

Welche Bedeutung haben Bäume für Sie, Frau Langer-Weninger als Landesrätin aber auch als Landwirtin im eigenen Betrieb?

Unsere Wälder sind Lebensraum, Erholungsraum und Produktionsraum in einem. Die 70.000 oberösterreichischen Waldbesitzerinnen und – besitzer dabei zu unterstützen, all diese Aufgaben unter einen Hut zu bekommen, sehe ich als eine meiner wichtigsten Aufgaben. Schließlich kommt dem Wald bei der Ökologisierung unseres Wirtschaftssystems in Zukunft eine noch wichtigere Rolle zu.
Die Bewirtschaftung des eigenen Waldes am Hof macht mir große Freude, weil das Konzept der Nachhaltigkeit so greifbar wird. Wir ernten jetzt, was Generationen vor uns gesetzt haben. Die Bäume, die wir heute aufforsten, werden wiederum von unseren Nachkommen geerntet.

Sie haben als zuständige Landesrätin dem Bundesheer an die 600 Baumsetzlinge aus dem Bestand der Forstabteilung gespendet. Wieviel Baumbestand verwaltet das Land Oberösterreich?
Das Land Oberösterreich besitzt kaum Waldflächen. Natürlich befinden sich auf den zahlreichen Liegenschaften des Landes viele Bäume und Baumgruppen, die aber größenmäßig nicht abgeschätzt werden können.
Die Bäume oder genauer gesagt einzelne Baumarten werden immer wieder von Schädlingen oder anderen Erkrankungen bedroht. Wie geht das Land mit dieser Problematik, wie Eschensterben oder den Käferbefall von Fichten um? Werden allfällig brachliegende Flächen wieder aufgeforstet und wenn ja, welche Kulturen werden angepflanzt?
Der oberösterreichische Landesforstdienst ist schon seit Jahrzehnten in der Beratung der Waldeigentümer und der Förderung von Mischbeständen sehr aktiv. Es wurden bereits rund 100 Demonstrationsflächen angelegt. Gegenwärtig stehen im Waldfonds dem Land Oberösterreich rund 20 Millionen Euro für Wiederbewaldungs- und Waldpflegemaßnahmen sowie zur Bekämpfung des Borkenkäfers zur Verfügung. Bezüglich Eschentriebsterben unterstützt das Land Oberösterreich das Forschungsprojekt „Esche in Not“ des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums. Die bisherigen Ergebnisse der Selektionierung von resistenten Klonen geben Anlass zur Hoffnung, dass in wenigen Jahren bereits resistente Eschen zur Verfügung gestellt werden können.

Klimaschutz, Verbesserung der Luftqualität, Speicher von CO2 – dies alles Eigenschaften, die wir mit einem Wald und daher mit den Bäumen in Verbindung bringen. Sehen Sie die Bäume als Retter unseres Klimas? Wie sehen Sie die Schutzfunktion des Baumes bzw. eben der Wälder?
Wälder tragen maßgeblich zur Milderung des Klimawandels bei. Die Bewirtschaftung der Wälder unter Berücksichtigung der Artenvielfalt ist für die oberösterreichischen Waldbesitzerinnen und -besitzer daher ein grundsätzliches Ziel. Der Verzicht auf die Holznutzung in den heimischen Wäldern widerspricht auch unseren Klimazielen, da Holzprodukte Kohlenstoff langfristig speichern. Auch wenn sie am Ende energetisch genutzt werden, geschieht dies im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen CO2 neutral. So können in Österreich durch die heimische Wald- und Holzwirtschaft rund sieben Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen kompensiert werden. Beim Baumwachstum wird durch die Einlagerung von Kohlenstoff in das Holz der Atmosphäre nachhaltig CO2 entzogen.

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