Für den Befehlsbereich 4 OBERÖSTERREICH

Es dreht sich um Bäume

Das Bundesheer verfügt in Oberösterreich über viel Wald- und Baumbestände auf den Übungs- und Schießplätzen und in den Kasernen. Der Bestand ist von den Auswirkungen der Klimaerwärmung und anderen Entwicklungen, wie Käferbefall oder Sterben von Baumsorten, etwa Eschen, betroffen. Das Schwergewicht der forstlichen Arbeit im Jahr 2020 lag somit beim Durchforsten von Wäldern, bei der Kulturpflege, beim Entfernen von Windwurf und beim Herausschneiden von Käferbäumen, insbesondere von Eschen und Fichten. Der Wald- und Baumbestand konnte konsolidiert werden. Da hat uns auch das nasse Wetter geholfen.

Ab nun wird voll aufgeforstet und gepflanzt. In den Kasernen werden Bäume und Sträucher angesetzt und die Bestände zukunftsfähig aufgestellt. Bei der Verjüngung der Wälder wird auf eine natürliche Aussaat gesetzt. Diese Pflanzen sind robuster, wachsen schneller und es ist weitaus billiger. Die Bäumen bieten viele Vorteile. Hier nur einige Schlagworte dazu: Beschattung, Klimaverbesserung, Luftverbesserung, Kohlendioxydaufnahme, optische Verbesserung, wohltuende Auswirkung auf Allgemeinbefinden, Windbrechung, Biotop Habitat für Tierwelt, Erntemöglichkeit von Früchten, Ernte von Humus, Wasserspeicher und Verhinderung von Bodenerosion.

In taktischer Hinsicht bieten Bäume Möglichkeiten für Tarnung sowie Schutz vor Beobachtung, beispielsweise von Drohnen. Als Nachteile gelten, beziehungsweise werden oftmals genannt: Laub, Blätter, Früchte, Hindernis, Dachrinnenverschmutzung, Verlegung von Abwasserkanälen und Harz. Insgesamt überwiegen die Vorteile bei Weitem. Daher ist das Nachpflanzen und Pflanzen von Bäumen und Sträuchern durchzuführen. Es geht um sogenannte Zukunftsbäume. Also solche, die mit den Klimaveränderungen umgehen können und gegen Schädlinge resistent sind. Dabei werden einheimische Bäume anderen Arten vorgezogen. Als Zukunftsbäume gelten Ahorn, Tanne, Eibe, Wildapfel, Wildbirne, Stieleiche, Traubeneiche, Walnuss, Hainbuche, Rotbuche, Kirschen, Mährische Eberesche, Mehlbeere, Speierling, Schwarzkiefer und Linde. Als eher schon problematisch gelten Ulmen, Schwarzerlen (Feuchtgebiete) und Föhren. Vom Sterben bedroht sind Birken, Weiden, Fichten, Eschen und Lärchen.

Nicht-einheimische Bäume werden für spezielle Standorte oder besondere Absichten gepflanzt, wenn es zum Beispiel um Zierzwecke geht. Zu diesen zählen Libanon-Zeder, Douglasie, Roteiche, Schwarznuss, Platane oder Riesenmammutbaum. Nicht-einheimische Bäume, die sich als optische Abwechslung oder als Blickfang eignen, sind Trompetenbaum, Magnolie, Taschentuchbaum oder Maronibaum. In naher Zukunft wird auch mit Exoten, wie Feigenbaum, Maulbeerbaum oder Olivenbaum zu rechnen sein. Sträucher verfügen über dieselben Vorteile wie Bäume, nur sind sie kleiner und haben bei der Klimaveränderung eine bessere Überlebenschance. Besonders eigen sich einheimische Sträucher, wie Eibe, Traubenkirsche, Wildapfel, Wildbirne, Sanddorn, Berberitze, Kornelkirsche, Schlehdorn und Kriecherl, oder kleine Bäume, wie beispielsweise der Mispelbaum.
Das Pflanzen von Bäumen ist zweifellos eine Generationenfrage. Das bedeutet, dass die Auswirkungen erst Jahre später zu spüren sind. Es werden Bäume beim Nachsetzen vermieden, welche dazu neigen, Allergiker zu belasten. Das sind Birke, Haselnuss, Erle, Pappel und Weide.

Natürlich muss man sich um die Bäume und Sträucher kümmern. Das umfasst das Zusammenrechen und Wegschaffen der Blätter, das allfällige Schneiden und allenfalls sogar das Wässern. Dies beschränkt sich auf wenige Tage im Jahr. Wenn man sich die Bedeutung der Bäume vor Augen führt, dann sind diese Aufwendungen und die Pflegemaßnahme für die Bäume im Vergleich zum Nutzen verhältnismäßig gering.

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