Für den Befehlsbereich 4 OBERÖSTERREICH

Entscheidung für den Grundwehrdienst – was bleibt nach sechs Monaten?

Die Illustrierte Zeitschrift unterhielt sich am 03. März 2022 mit den Abrüstern Gefreiten Philipp S. und Gefreiten Matthias L., 

beide aus Kronstorf. Die beiden Gefreiten rückten im September 2021 in Salzburg beim Jägerbataillon 8 ein und absolvierten in Enns an der Heeresunteroffiziersakademie als Funktionssoldaten ihren Grundwehrdienst.

Illustrierte Zeitschrift: Wenn sie heute an die Grundausbildung denken, was ist von damals hängen geblieben?

Gfr Philipp S.: Die Grundausbildung in Salzburg beim Jägerbataillon 8 war für mich als Sportler doch sehr fordernd. Ungewohnt war natürlich auch, dass Disziplin – Pünktlichkeit, Ordnung, Sauberkeit – sehr groß geschrieben wird. Es war eine ganz neue Welt, ich habe mich aber nach ein paar Tagen gut eingelebt.

Die Führerscheinausbildung später in Hörsching war zwar körperlich nicht mehr so fordernd, aber geistig stressig. Wir mussten unheimlich viel in relativ kurzer Zeit lernen. Ziel war, einfach den Schein zu bekommen. Dann ist das Lernen vorbei!

Gfr Matthias L.: Ich hatte die Vorstellung, dass es gemütlich angehen wird. Aber nein, nach dem Einrücken kam das Erwachen, alles funktionierte pünktlich, schnell und genau. 

Am Anfang war der geregelte Tagesablauf erschreckend. 

Als Schüler war ich einen Stundenplan schon gewohnt, aber wenn man in der Schule ein paar Minuten zu spät kam, war das nicht so tragisch. Nach der ersten Woche kam ich in den Rhythmus. Man weiß dann, wo man hinmuss, man kennt den „Hausbrauch“.

Es gab ständig Adrenalin-Kicks: das erste Mal ein Sturmgewehr in der Hand, das erste Mal Schießen, Bewegungsarten im Gefechtsdienst. 

Das Tarnen war auch sehr cool! 

Man lernt über seine Grenzen hinaus zu gehen, zum Beispiel beim Laufen oder Marschieren, was ich privat noch nie machte! Besonders cool war der Hindernisparcours den wir zu zweit meistern mussten. 

Das war das Coolste und Anstrengendste während der sechs Monate.

Illustrierte Zeitschrift: Sie wurden dann an die Heeresunteroffiziersakademie nach Enns versetzt, welche Aufgaben erwarteten sie da?

Gfr Philipp S.: Ich war der Fahrer des Kommandanten. Am Anfang wurden wir gefragt, wer das machen will, also meldete ich mich. Und ich habe dies nicht bereut. Ich gewann Einblick in die Arbeit von Oberst Klingenschmid, da ich mit ihm zur Dienstaufsicht fuhr und ich fallweise auch im Vorzimmer aushalf. Ich war mit ihm natürlich auf vielen Übungen und habe auch mitbekommen, wie sich die Kaderanwärter, die an der Heeresunteroffiziersakademie ausgebildet werden, von Dienstaufsicht zu Dienstaufsicht in ihrem Können steigerten. Es gab nichts, was mir nicht gefallen hätte. In den knapp vier Monaten waren wir rund 4000 km mit dem Auto unterwegs.

Gfr Matthias L.: Ich wurde dem Soldatenheim (Kantine für Soldaten) zugeteilt und wurde dort Gruppenleiter einer der beiden Betreuungsgruppen. Ich hatte Verantwortung über zwei Soldaten, Einkauf, Verkauf und Abrechnung sowie die Hygiene, das richtige Reinigen und das Kühlen der Waren. Ich lernte, wenn man so will, eine Kantine zu leiten. Die Schichteinteilung war zwar gewöhnungsbedürftig, aber die Zeit verging dort extrem schnell. Ich werde besonders die Kameradschaft vermissen.

Illustrierte Zeitschrift: Was nehmen Sie vom Bundesheer mit?

Gfr Philipp S.: Einerseits die Disziplin mir selbst gegenüber, andererseits die Zusammenarbeit mit den Kameraden. Der Spruch „viele Hände, rasches Ende“ bewahrheitet sich vollkommen. Weiters habe ich den Umgang mit Waffen gelernt, was privat sehr schwierig gewesen wäre.

Gfr Matthias L.: Ich nehme mir den geregelten Tagesablauf mit und will in Zukunft nach dem Motto „fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit“ leben. Besonders schön fand ich den Zusammenhalt unter uns, der in der Grundausbildung begann und bis zum Schluss hielt.

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