Für den Befehlsbereich 4 OBERÖSTERREICH

Der Forsttrupp

Wald und Pflanzen, Baum und Holz sind sein Metier. Er ist Kommandant des Forsttrupps des Militärkommandos Oberösterreich und diesem Monat war er mit diesem in Hörsching und gemeinsam setzen sie neue Bäume. Die Illustrierte Zeitschrift packte die Gelegenheit beim Schopf und sprach mit dem Forstwart, Herrn Hubert Draschwandtner über seine Aufgaben.

Herr Fachinspektor Draschwandtner, Sie sind der Forstwart. Sind Sie damit zugleich auch der Förster des Militärkommandos?
Nein, der Förster bin ich nicht. Forstwart – ganz genau lautet meine Bezeichnung Forstwirtschaftsmeister und als solcher bin ich der Kommandant des Forsttrupps. Dies bin ich seit 2018, davor war ich ab 2013 Facharbeiter und machte meine Ausbildung zum Meister. Mein Trupp besteht zurzeit aus zwei Facharbeitern, einem Lehrling und einem Grundwehrdiener. Wir kommen auf zehn bis zwölf Stunden Arbeit am Tag.

Sie haben erwähnt, dass es nicht immer einen Lehrling oder einen Rekruten in ihrem Trupp gibt. Ist der Forsttrupp zu wenig bekannt oder fehlt es an den Voraussetzungen?


Einen Lehrling bilden wir heuer tatsächlich zum ersten Mal aus. Einen Rekruten bekommen wir, falls er die entsprechende Vorausbildung – also land- oder forstwirtschaftlichen Hintergrund – hat. Beide bringen dies mit. Der Rekrut, mit dem der Forsttrupp verstärkt wird, Herr Spitzbart Daniel, hat an der Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalt in St. Florian maturiert und ist im September zur Stabskompanie und Dienstbetrieb des Militärkommandos eingerückt. Nach der Basisausbildung dient er nun beim Forsttrupp und kann sein Wissen und seine Ausbildung in der Praxis einbringen.


Ein Forsttrupp arbeitet im Forst, also Wald. Von wie viel Waldfläche sprechen wir, die ihre Leute und Sie tagaus und tagein bewirtschaften?


Wir bewirtschaften rund 350 Hektar. Wir können aber nicht überall von einem Wald sprechen. In den Kasernen würde ich beim Baumbestand vom Charakter her eher von einem Park sprechen. Es sind alle möglichen Baumarten vertreten.


Sie waren jetzt am Fliegerhorst Vogler und haben eine Aufforstung bzw. Wiederbepflanzung durchgeführt, warum?


Vor einigen Jahren mussten viele Bäume geschlägert werden. Eine Abholzung von Eschen und Fichten war notwendig geworden. Bei der Esche war es das Eschentriebsterben infolge eines Pilzbefalls und bei der Fichte hatte sich der Borkenkäfer zu stark verbreitet. Teilweise war dies eine Folge der früher betriebenen Monokultur. Unter meinem Vorgänger wurde bereits mit der Aufforstung mit der Roteiche und Douglasie im Bundesland begonnen. Nun ist es an der Zeit den Baumbestand aufzufrischen bzw. den vorhandenen weiter zu verbessern. Dies soll uns mit resistenteren Baumarten gelingen. Grundsätzlich haben wir eine gute Naturverjüngung im Wald. Wir vermeiden Monokulturen, setzen Laubbäume und sterben einen Mischwald an. Wir wollen damit einen klimafitteren Wald erreichen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.


Welche Baumarten werden denn angepflanzt?


Wir setzen vor allem Laubhölzer, wie Eiche, Eberesche, Linde, Hainbuche und zum Beispiel Wildapfel. Wir beziehen diese Setzlinge von Baumschulen bzw. Forstgärten.


Kommen wir zur aktuellen Baumsetzaktion am Fliegerhorst Vogler. Hier gab es eine Spende vom Land Oberösterreich aus dem Agrarressort. Von wie viele neuen Setzlingen, also künftig hier wachsenden Bäumen, sprechen wir?


Das Land hat uns 540 Stück zur Pflanzung zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um Eiche, Linde, Hainbuche, Eberesche, Wildapfel, Wildbirne, Vogelkirsche, Rot- und Grau-Erle und als Nadelbaum um die Eibe. Gesetzt werden sie entlang den Zäunen und des Baches. Daraus wird sich ein Sichtschutz und Windbruchgürtel entwickeln. Die Läufer werden den Schatten im Sommer erfreut zur Kenntnis nehmen können.


Sie bilden zum ersten Mal einen Lehrling aus. Jetzt ist dieser bereits im dritten Lehrjahr, wie geht das?


Er hat zwar erst in diesem Jahr seine Lehre bei uns begonnen, doch steht er bereits im dritten Jahr seiner Ausbildung. Es ist dies seine zweite Lehre, aber fragen Sie ihn doch selbst.


Herr Andreas S., wie kommt’s dazu eine zweite Lehre anzugehen?


Also, das ist ganz einfach. Wie gesagt, erlerne ich gerade meinen zweiten Beruf, den des Forstfacharbeiters. Ich habe zuvor meine erste Lehre am abz Lambach (Agrarbildungszentrum) zum landwirtschaftlichen Facharbeiter abgeschlossen. So werde ich einmal den Elternhof übernehmen können. Dieser Lehrabschluss ist die Voraussetzung, dass ich mir die beiden ersten Lehrjahre erspare und gleich ins dritte einsteigen konnte.


Besuchen Sie die Berufsschule wöchentlich oder in Form eines Blocks?


Nein, ich werde die Berufsschule an einem Stück von zehn Wochen in Niederösterreich absolvieren können.
Wir danken für das Gespräch und unserem Lehrling wünschen wir alles Gute beim Lernen und dem Forsttrupp viel Freude bei der Arbeit.

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